Historie von Kiel
Geschichte und Geschichten
Kiel ist nicht nur die Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein, sondern auch die bevölkerungsreichste Stadt des nördlichsten Bundeslandes und zählt zu den 30 größten Städten Deutschlands. Bekannt ist die Stadt an der Förde für die „Kieler Woche“, die Sportvereine im Handball und Fußball: „THW Kiel“ und „Holstein Kiel“, sowie für die „Kieler Sprotten“, eine geräucherte Fischspezialität.
Holstenstadt tom Kyle – unter dem Namen wurde Kiel im 13. Jahrhundert gegründet und hat seit dem eine sehr bewegte Geschichte erlebt. Zuvor wurde die heutige Kiel-Region von Wikingern besiedelt.
Das Stadtgebiet gehörte lange zu Dänemark, bis Graf Adolf IV. (Graf von Holstein und Stormarn) es zwischen 1233 und 1242 zurück eroberte und Kiel als eine der nördlichsten Städte des Heiligen Römischen Reiches gründete. Die wirtschaftlich und militärisch günstige Lage an der Ostsee machten die Planungen für eine neue Stadt ideal. Der Name Holstenstadt tom Kyle wurde bald verkürzt zu tom Kyle und schließlich zu Kiel (niederdeutsch „Keil“ - vermutlich Hinweis auf die Förde). Möglicherweise kommt der ursprüngliche Name auch aus dem Nordischen, denn kíll bedeutet im Altnordischen „Schmale Bucht“, was ebenfalls auf die Förde zutreffen würde.
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Ab 1283 war Kiel Mitglied der Hanse, konnte aber trotz seiner guten Lage mit den anderen Ostseehäfen, wie Lübeck, Flensburg, Stralsund und Rostock nicht mithalten und seine Handelsprivilegien nicht ausschöpfen. Zusammenarbeit mit den anderen Hansestädten kam kaum zustande und schließlich wurde Kiel 1554 wieder von der Hanse ausgeschlossen. Ein entscheidender Vorwurf war unter anderem, dass die Stadt Piraten beherbergen würde.
Piraten in Kiel? Grund genug hätte es für die Freibeuter gegeben in die Fördestadt zu kommen, denn landesweit bekannt war der „Kieler Umschlag“, eine Festwoche, in der Adel und Kaufleute aus dem ganzen Land zusammenkamen um bedeutende Geldgeschäfte abzuschließen. (Der „Kieler Umschlag“ wird übrigens noch heute jährlich im Frühjahr gefeiert, in der Altstadt, rund um die Nikolaikirche und dem Rathausplatz mit einem traditionellen Programm, mittelalterlichem Markt, Buden und Fahrgeschäften.)
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Machte die junge Stadt gemeinsame Sache mit Piraten?
Seit 1329 hatte Kiel eine steinerne Stadtmauer mit neuen Toren und eine Burg zur Befestigung. Diese schloss an das Stadtzentrum der bereits 1240 erbauten Nikolaikirche an. Weiterhin wurden in der frühen Neuzeit die Herzogtümer Schleswig und Hostein aufteilt zwischen dem dänischen König Christian III. und seinen Brüdern. So Kiel gehörte nun zum Herzogtum des Hauses Schleswig-Holstein-Gottorf. Nachdem die Stadt auch die Hexenverfolgungen überstanden hatte, wurde 1665 die nördlichste Universität des Römisch-Deutschen Reiches gegründet – die Christian-Albrechts-Universität. Aus der bis heute 12 Nobelpreisträger hervor gingen.
Der erste Botanische Garten Deutschlands wurde 1803 in Kiel eröffnet und war ein Beispiel für den Aufschwung, den die Stadt Anfang des 19. Jahrhunderts erlebte. Damit verbunden wechselte in den nächsten Jahren mehrmals die staatsrechtliche Zugehörigkeit der sich immer weiter entwickelnden Stadt. Mit dem Zerfall des Heiligen Römischen Reiches, eroberte Schweden Kiel und nach dem „Kieler Frieden“ fiel die Stadt kurzzeitig wieder dem dänischen König zu, bis sie Mitglied im „Deutschen Bund“ wurde und schlussendlich wieder zu Deutschland gehörte.
Mit dem Bau der Bahnstrecke nach Altona (Hamburg) fand die Industrialisierung nach Kiel und aus der größten Maschienbauanstalt sollte später die „Howaldtsweke Deutsche Werft“ hervorgehen, die 1850 das erste U-Boot der Welt baute. Der Preußische König verlegte die „Marinestation der Ostsee“ von Danzig in die Fördestadt und daran anschließend entwickelte sich Kiel schnell zu einer Großstadt.
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Kieler Werft heute
Kiel war fortan Kriegshafen des Königreichs Preußen und Zentrum der Über- und Unterseewaffen-Entwicklung und des Schiffbaus. Die erste Schiffsparade, samt Regatten und Volksfest wurde 1882 gefeiert und seit dem jährlich als „Kieler Woche“ zu einem immer größeren Erfolg. Nur ein Jahr später wurde Kiel zur kreisfreien Stadt ernannt und das Bevölkerungswachstum stieg immer schneller an. Auch die feierliche Eröffnung des Nord-Ostsee-Kanals (damals „Kaiser-Wilhelm-Kanal“), der die Ostsee nun quer durch Schleswig-Holstein mit der Nordsee verband, brachte der Stadt einiges an Aufmerksamkeit und Bedeutung gegen Ende des 19. Jahrhunderts.
Das Ende des Ersten Weltkriegs hatte maßgeblich seinen Grundstein in Kiel, deren Matrosen die Novemberrevolution begannen, die innerhalb weniger Tage über ganz Deutschland schwappte und das Fundament der Weimarer Republik bildete.
Eben jene sozialdemokratische Arbeiterführer, die weiterhin die Weimarer Republik befürworteten, waren mit die ersten, die unter dem bald aufkommenden Nationalsozialismus zu leiden hatten. Die Schatten des Zweiten Weltkriegs eroberten Kiel im März 1933 und die Schäden, die er hinterließ waren immens. Luftangriffe zerstörten den Großteil des Kriegsmarine-Stützpunkts, der umliegenden Wohngebäude und der Werften. Die Förde wurde zum größten Schifffriedhof der damaligen Zeit – und noch heute sind Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg keine Seltenheit. Sie tauchen immer wieder bei Bauarbeiten im Stadtgebiet auf und müssen fachgerecht entschärft oder kontrolliert gesprengt werden.
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Denkmal der Werftarbeiter
1949 wurde Kiel zur Hauptstadt des Bundeslandes Schleswig-Holsteins in der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland. Bei den Olympischen Sommerspielen 1972 war Kiel Austragungsort der Segelwettbewerbe. Nach mehr als 100 Jahren Betrieb wurde 1985 der Verkehr der Kieler Straßenbahn eingestellt und in den Folgejahren verschwanden auch die Schienen aus dem Stadtbild. Ein Verlust, der heute vielerorts bedauert wird. Mehr als Pläne für das Eingliedern einer modernen Straßenbahn gibt es momentan aber noch nicht. Diese „StadtRegionalBahn“ würde dann voraussichtlich auf der Bahnstrecke Kiel – Schönberger Strand eingesetzt werden.
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alte Straßenbahn Kiel
Die Bundesregierung verlieh Kiel 2008 den Titel „Ort der Vielfalt“, eine Auszeichnung für kulturelle Vielfalt, Toleranz und Demokratie.
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